Besuch des Theaterstücks "Alles, was wir geben mussten" der Klasse 10d

 

„Alles, was wir geben mussten“- Was macht das Leben
des Menschen aus
?

Am 09.03.2017 besuchte die 10d mit ihrem Deutschlehrer das Theaterstück „Alles, was wir geben mussten“ (nach dem Roman von Kazuo Ishiguro). Im gut besuchten Festspielhaus erlebte das junge Publikum zunächst die relativ unbeschwerte Jugend der Freunde Tommy, Ruth und Kathy im Eliteinternat Hailsham in England im 20. Jahrhundert. Ungerechte Lehrer, Konflikte mit Mitschülern, Rivalitäten, Mobbing und das erste Erleben von Liebe und Sexualität lassen das Leben dort zunächst als nicht allzu dramatisch erscheinen. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit zutiefst existentiellen Fragen wie … Was mache ich aus meinem Leben? Was ist Glück? Wo liegt der tiefere Sinn meines Daseins? Die Liebe und die darin eingebettete Sexualität erscheint den drei Hauptprotagonisten als zentrales Lebensglück. Doch im Falle von Tommy, Ruth und Kathy bedeutet dies auch für eine Figur Rivalität, Verrat und – schlussendlich - unglücklich zu sein.

 

 

 

Ein dunkles, verstörendes und bedrohliches Geheimnis liegt über dem Ort. Schließlich – mit dem Erwachsenwerden - wird klar, dass die Jugendlichen Klone ohne Eltern sind, die keine eigenständige Zukunft nach der behüteten Schulzeit haben dürfen. Sie dienen nur als eine Art „Ersatzteillager“ für ihre Doppelgänger. Zunehmend verzweifeln sie an ihrer grausamen und von Verlusterfahrungen geprägten Lebensrealität, die ihnen alles, was für Menschen Glück bedeuten kann, Stück für Stück nimmt.

 

 

 

Wissenschaftlicher und biotechnologischer Fortschritt werden in „Alles, was wir geben mussten“ kritisch hinterfragt. Die Möglichkeit des Klonens ist Realität und wird in der Tragödie sehr gut in einen Kontrast zur menschlichen Individualität gesetzt, die letztlich den Menschen und sein Lebensglück ausmacht. Die Rückmeldungen der SchülerInnen waren durchwegs positiv – die SchauspielerInnen waren jung und das Themenspektrum berührte sie in ihrer eigenen Lebensrealität. Insgesamt eine gelungene kulturelle Unternehmung im Rahmen des Fachs Deutsch!

 

 

Bericht: Felix Donnabauer

Fotos: Monika Forster